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Raspberry Pi Betriebssysteme

Raspberry Pi Betriebssysteme

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SchwachSuper 
  • jtronics_raspberrypi_03

Bei der Wahl des Betriebssystem für den Raspberry Pi hat man trotz, dass das Board noch relativ neu ist eine richtig große Auswahl. Um Neueinsteigern die ersten Schritte mit dem Board zu erleichtern, gibt es daher den neuen Installer NOOBS (New Out Of Box Software). Noobs soll die Installation von Linux auf dem Raspberry Pi erleichtern. Installiert man Noobs auf einer SD-Karte mit mindestens 4 GByte Speicherplatz, so bietet es dem Anwender beim ersten Start momentan sechs verschiedene Systeme zur direkten Installation an:

  • Arch Linux
  • Mediacenter-System OpenELEC (Linux)
  • Fedora-Variante Pidora (Linux)
  • XBMC-basierte RaspBMC (Linux)
  • Debian-Port Raspbian (Standard System, Linux)
  • Risc OS
  • jtronics_raspberrypi_08

All diese Betriebssysteme sind schon in dem Softwarepaket namens "NOOBS" enthalten. Wird vom Anwender eines der genannten Betriebssysteme ausgewählt, so wird es anschließend dem freien Bereich der SD-Karte installiert, so dass es beim nächsten Boot von der Karte automatisch startet.

Möchte man nach einiger Zeit ein anderes System testen, muss man nur beim Booten die Shift-Taste gedrückt halten und es erscheint wieder der NOOBS-Auswahl Screen. Somit kann man jederzeit ein anderes Betriebssystem mit dem kleinem Raspberry Pi Board ausprobieren.

Noobs steht als Zip-Datei zum Download bereit. Die darin befindlichen Daten müssen nach erfolgreichem Download lediglich auf eine mit FAT32 formatierte SD-Karte kopiert werden.

Raspian/Debian Linux "Wheezy"

  • jtronics_raspberrypi_04

Für die ersten Tests mit dem kleinem Board haben wir uns für das Betriebssystem Raspbian entschieden. Raspbian ist ein Linux basierends Betriebssystem und wurde speziell für das kleine Raspberry Pi Board entwicklet. Es ist also das "offizielle" Linux für den kleinen Raspberry Pi Rechner. Das System enthält die meisten benötigten Treiber für Wlan Sticks, WebCams und andere Geräte und ist somit am besten für Einsteiger geeignet.

Zur Konfiguration des Systems gibt es das Skript raspi-config, mit dem man viele Systemeinstellungen einfach und ohne weitere Linuxkenntnisse anpassen kann. Neben der Linux typischen Kommandobox ermöglicht Raspbian auch eine Bedienung über eine richtige GUI Oberfläche, wie man es von einem normalen Heim PC gewöhnt ist. Das funktioniert zwar wirklich gut, aber sobald man damit versucht zu surfen oder ein Video zu schauen merkt man, dass der Raspberry Pi dafür eher weniger geeignet ist. Man kann den Raspberry auch kontrolliert übertakten, ohne das man die Garantie verliert, so dass man dadurch noch etwas mehr Leistung bekommt. Das System wird ständig optimiert und durch neue Features ergänzt. Die Aktualisierung des Systems per Update ist durch einen einfachen Befehl in der Kommandozeile möglich.

  • jtronics_raspberrypi_05

Raspbian Linux entstammt einer privaten Initiative, welche ein System namens Debian "Wheezy" für den Raspberry Pi kompilierte. Die Besonderheit an diesem System war und ist, dass es dem im Prozessor integrierten Hard-Float-Support verwendet. Dieser sorgt dafür, dass Berechnungen mit Gleitkommazahlen im ARM-Prozessor des Pi vom einem mathematischen Koprozessor VPU ausgeführt werden. Im Gegensatz zu den übrigen Distribtionen, wo diese Berechnungen im Soft-Float-Verfahren langsam per Ganzzahloperationen berechnet werden, wird durch die Nutzung der speziell integrierten Hardware die Berechnung viel schneller und unter weniger CPU Last berechnet. Dadurch hat Raspbian im Vergleich zu den anderen Systemen, je nach Anwendung deutliche Geschwindigkeitsvorteile.

Raspbian eignet sich sehr gut für Linux-Einsteiger und für die, die den Raspberry Pi benutzen wollen, ohne sich viel mit dem System zu beschäftigen. Daher war es auch das von uns zuerst getestete System.

Gentoo 

Gentoo unterstützt von Haus aus verschiedene ARM-Prozessoren, zu denen auch der ARM-Prozessor des kleinen Raspberry Pi Boards gehört. Bei Gentoo müssen alle Pakete des Systems selbst kompiliert werden und können dadurch individuell an die Hardware angepasst werden. Durch die zusätzliche Arbeit zeigt sich schnell der dadurch bekommene Performance-Vorteil. Beim Aufsetzen des Systems sollte jedoch nicht die Komplexität und die Zeit der Kompiliervorgänge unterschätzt werden. Wir haben Gentoo selber nicht probiert, aber aus verschiedenen Foren bekommt man die Rückmeldung, dass es selbst für Erfahrene Benutzer mehrere Tage dauern kann, bis das System fertig auf dem Pi eingerichtet ist. Das System hat zwar vielleicht einige Geschwindigkeitsvorteile, aber die Installation hört sich eher wie eine komplexe Bastelei an. Wir werden das System daher in Zukunft nicht weiter für unsere Versuche und Aufgaben in Betracht ziehen.

Arch Linux

Arch Linux unterstützt den Raspberry Pi direkt, wodurch keine speziellen Anpassungen nötig sind. Das Systempaket muss vor der Installation nicht extra kompiliert werden und kann wie Raspbian direkt gestartet werden. Im Vergleich zu Raspbian ist das Systempaket viel einfachrer ausgestattet, so gibt es bei einer Neuistallation keinerlei Systemeinstellungsmöglichkeiten. Alle Treiber, Programme, und sonstige benötigten Scripte müssen vom Benutzer komplett selber von Grund auf eingerichtet werden. Das macht zwar etwas Aufwand, ist aber relativ einfach und bringt den Vorteil mit, dass man auch nur wirklich das installiert, was man auch wirklich braucht. Da es keine schon vorinstallierten Performance fressende Hintergrunddienste mit bringt, ist es ein relativ schnelles Betriebssystem. Im Vergleich zu Raspbian ist es natürlich viel komplexer, besitzt keine GUI und ist nicht wirklich für Neueinsteiger geeignet. Für erfahrene Nutzer ist es aber ein beliebtes System, da es immer aktuell und sehr schnell auf dem Pi läuft.

RISC OS

RISC OS ist ein Urgestein unter den Betriebssystemen. Es ist das erste System was jemals auf einem ARM-Prozessoren eingesetzt wurde. Wie auch die ARM-Architektur stammt das Betriebssystem von der Firma Acorn, die es seit ca. 1980 einsetzt. RISC OS verfügt wie Raspbian über eine grafische Bedienoberfläche und ist zu großen Teilen in Assembler und C entwickelt. Zurzeit wird es als Open Source System weiterentwickelt und hier speziell für den Raspberry Pi angepasst.

Raspbmc

Bei Raspbmc handelt es sich um eine eigens für den Raspberry Pi angepasste, minimale Debian-Linux-Distribution mit einem darauf laufenden optimierten XBMC Media Center. Die quelloffene Media-Center-Software wird speziell für den Raspbmc entwickelt.

OpenELEC

Bei OpenELEC handelt es sich um eine freie Media Center Distribution. Mit ihr können Medien (Bilder, Lieder, Filme) von lokalen Datenträgern, aus dem lokalen Netz oder Internet abgespielt und z.B. auf dem heimischen TV ausgegeben werden.

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